Samstag, 20. Januar 2007

Geschichte Online

Aus wie vielen Modulen besteht Geschichte online?
Beschreiben Sie kurz die Zielsetzungen der einzelnen Module!
Arbeiten Sie die Lerneinheit “Zitat, Zitierregeln, Anmerkungen”
durch, beschreiben Sie, was Sie gemacht haben, bewerten Sie die
Aufgabe!


Das Projekt Geschichte Online, das von 2002 bis 2004 entwickelt wurde wird vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte und vom Institut für Geschichte an der Universität Wien, gemeinsam mit anderen Instituten aus Basel, Graz, Innsbruck, Linz, München, Salzburg und Wien, durchgeführt.

Geschichte Online besteht aus den Modulen:
  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Literatur- und Informationsrecherche
  • Geschichtsdidaktik
  • Hyptertextcreator
  • News
Im ersten Modul mit dem Titel „Wissenschaftliches Arbeiten“ wird dem Benutzer das wissenschaftliche Arbeitsfeld näher gebracht. Man erlernt Hypothesen zu formulieren und wissenschaftliche Fragestellungen. Rezensionen und Abstracts schreiben sowie richtiges zitieren und korrektem Literaturangeben werden den Studierenden anvertraut. Aber ich das Lesen der Kurrentschrift und die mündliche Präsentation sind Bestandteile dieses Moduls.

Das Modul zur „Literatur- und Informationsrecherche“ befasst mit den beiden Themen in zwei Submodulen. Bei Ersteren erhält der Benutzer eine Einführung in die wissenschaftliche Literaturrecherche speziell für den Bereich der Geschichte. Der Umgang mit Bibliotheken wird erläutert, die Grundbegriffe der Recherche sowie die Wahl der richtigen Suchbegriffe und der richtigen Suchdatenbank ist Thema dieses Moduls. Zum Schluss wird dem Studenten und der Studenten drei Checklisten auf dem Weg gegeben: „Welche Datenbanken muss ich verwenden?“, „Welche Datenbanken muss ich verwenden?“ und „Wie finde ich ein Buch?“
Das zweite Submodul beschäftigt sich mit der Informationsrecherche. Die dort auffindbaren Lerneinheiten befassen sich mit allgemeinen Fragen der Information, zu klassischen Quellen, Datenbanken und Datenarchiven. Aber auch Museen und Ausstellungen und auch der Bereich der offiziellen und auch informellen Netzwerke wird behandelt.

Der Abschnitt mit dem Themenfeld „Geschichtsdidaktik" formuliert fünf Schwerpunkte: Grundlagen des Geschichtsunterrichts, Theorie der Geschichtsdidaktik, Planung und Design von Lehrveranstaltungen, Mediendidaktik, Netzwerk Geschichtsdidaktik. In den einzelnen Bereichen werden unterschiedliche Teilaspekte sehr detailliert und ausführlich behandelt. Zum Beispiel werden zwei Seiten der Geschichte der Politischen Bildung gewidmet. Die Mediendidatik legt großes Augenmerk auf das Spannungsfeld Politik und Medien und setzt sich auch kritisch damit auseinander.

Das Modul vier ist ein Redaktions- und Datenbanksystem in dem Inhalte eingewoben werden und flexibel miteinander verknüpft werden. Es trägt den Titel "Hypertextcreator". Eigens für dieses Modul wurde eine Datenbankbasierende Lehr- und Lernsoftware entwickelt. „Als Werkzeug und Medium zugleich ermöglicht dieses Open Source System die kreative Entwicklung von offenen, kohärenten Hypertextnetzwerken.“ Der Link zur Startseite des Hypertextcreators ist zum jetzigen Zeitpunkt (20.1.2007 20:30) nicht erreichbar.

Im fünften und letzten Modul, den „News“ kann sich der Benutzer über den aktuellen Entwicklungsstand neuer Module oder Erweiterungen informieren. Weiters findet man Presseberichte und Rezensionen von Fachinformationsdiensten. Im Modul 1 ist zum Beispiel folgendes geplant: „Anhand einer Muster-Lehrveranstaltung soll der Einsatz der Module 1+2 im Blended Learning durchlaufen und als beispielhafte Lerneinheit implementiert werden.“ Eine Frist bis wann die neuen Daten am Portal zu finden oder seit wann daran gearbeitet wird, ist allerdings nicht angegeben.


In der Lerneinheit “Zitat, Zitierregeln, Anmerkungen” erlernt die Studentin oder der Student das Verfassen von Zitaten, Fuß- und Endnoten sowie das Schreiben von Literaturangaben und Anmerkungen in wissenschaftlichen Texten. In der ersten Phase „Erste Schritte im Zitieren“ kann man in einer Flash-Animation gleich vom Trockentraining mitten ins Geschehen einsteigen und Zitate setzen, das System korrigiert die Entscheidungen des Users.
Im nächsten Kapitel wird auf das Zitat und auf seine Typen und Funktionen eingegangen, ebenfalls wird unterstützend eine Checkliste für das richtige Zitieren bereitgestellt.
Nun folgen Erklärungen und Beispiele zum Anmerkungsapparat. Die Kriterien für Literatur- und Quellennachweise sind hier nachzulesen und anhand eines Beispieles leicht verständlich nachvollziehbar. Auch die Anwendung der Fußnoten wird nach dem gleichen Schema erklärt und veranschaulicht. Dies gilt gleichfalls für das Amerikanische System der Quellennachweise, wobei hier die Zitate als Kurztitel direkt im Fließtext vorgenommen werden.
Das Kapitel der Zitierregeln wird den formalen Kriterien für die Gestaltung der Literaturhinweise gewidmet. Die unterschiedlichen Typen von Literatur werden vorgestellt und deren Charakteristika anhand je eines Beispiels veranschaulicht. Die Zitierregeln der „Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften“ werden bis ins kleinste Detail aufgeschlüsselt und internetgerecht aufbereitet. Am Ende bleibt keine Frage unbeantwortet. Dies gilt auch für die amerikanischen Regeln, die Thema des folgenden Unterabschnitts sind. Das Kapitel endet mit Erklärungen zum Zitieren aus dem Internet und Literaturhinweisen.
Der Abschnitt „Anmerkungen“ gibt wiederum Beispiele für Anmerkungen und erklärt wann und wo es sinnvoll ist diese zu setzen.
Dem Studierenden ist es auch möglich die gesamte Lerneinheit "Zitat, Zitierregeln, Anmerkungen" auch als 37 Seiten starkes PDF-File aus dem Internet herunter zu laden und auszudrucken.
Meiner Meinung nach ist die Lerneinheit didaktisch sehr gut aufbereitet. Wie schon im Text erwähnt am Ende bleiben keine Fragen offen. Die Thematik an sich ist, aus verständlichen Gründen, nicht die spannendste aber am Anfang des Studiums führt daran kein Weg vorbei. Vor allem zur Ergänzung und Wiederholung in einer „Übung zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ ist diese Lerneinheit sehr zu empfehlen und äußerst hilfreich. Bezüglich Aufbereitung und Präsentation der Lerninhalte würde mir nichts einfallen was ich kritisieren müsste oder verändern würde.

Mittwoch, 17. Januar 2007

„Geschichte im Netz – Praxis, Chancen, Visionen“

Prof. Wolfgang Schmale beschreibt in seinem Vortrag, mit dem Titel „Geschichte im Netz – Praxis, Chancen, Visionen“, der auch gleichzeitig der Titel eines Kongresses war über die Geschichtswissenschaften im World Wide Web. So ist auch dieser Text in die drei Themengebiete: Praxis, Chancen und Visionen unterteilt.

Praxis
Der Autor weist zu Beginn darauf hin, dass die meisten historischen Seiten von Laien verfasst wurden – die teilweise „unfreiwillige Komik“ aufweisen und „eigentümlich“ sind. Sie sind zwar mit Vorbehalten zu konsumieren aber nicht zu vernachlässigen. Mit besonderer Vorsicht sind Homepages mit versteckten oder offenen Rechtsradikalem Inhalt zu betrachten aber auch Computerspiele und Webgames, die sich der Thematik des zweiten Weltkriegs annehmen.
Als wesentliches Merkmal der geschichtswissenschaftlichen Seiten wird die Systemmodifikation bezeichnet. Einerseits werden traditionelle Medien beibehalten und unter dem Einfluss neuer Medien verändert werden. Andererseits werden neue Medien eingeführt und unter dem Einfluss der alten Medien moduliert. Dies wird als die Remediation bezeichnet.
Kritisiert wird dass zahlreiche wissenschaftliche Homepages zur Geschichte nicht mit gesicherten Ergebnissen ausgestattet sind sondern oft „mehr einem Diskussionstand gleichen. Dies kann laut Schmale aber auch die Stärke einer wissenschaftlichen Web-Publikation sein.

Chancen
Die Systemtransformation der Geschichtswissenschaft lässt sich laut Schmale an sechs Beobachtungen festmachen:
  1. Verflüssigung und Beschleunigung der Kommunikation. Nicht nur die Suche nach Informationen, auch die Rezeption und die Verarbeitung und wissenschaftlichen Wissen beschleunigt sich. Das Potential des Internets ist hier aber laut Schmale noch nicht ausgeschöpft.
  2. Barrierelosigkeit und Offenheit des Netzes. Noch immer benutzen Deutsche mehr Deutsche Homepages oder Österreicher vermehrt die Homepages ihres Heimatlandes. Der tatsächlich vorhandene Raum wird bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Auswirkungen und Verwendung wissenschaftlicher Kenntnisse im Web sind noch sehr schwer kontrollierbar.
  3. Multimedialer Charakter. Ikonographische Quellen und die Analyse von Fotos, Videos und Filmen haben in den vergangenen Jahren in der Geschichtswissenschaft sehr an Bedeutung gewonnen, diese Entwicklung wird durch die Technischen Möglichkeiten des WWW weiter verstärkt. Das Netz erleichtert die Nutzug unterschiedlicher Quellentypen für die Forschung.
  4. Beziehungsnetz und Inter- oder Multidisziplinarität. Das Web übt auf die Forschung einen immer größer werdenden Druck zur Interdisziplinarität aus. Die Entwicklung setzt sich aber nur sehr langsam durch.
  5. E-Learning. Mittels Lernplattform oder in Gestalt der Internet gestützten Lehre kann E-Learning der Effektivitätssteigerung der Lehre dienen. Laut Schmale kommt dies in der Geschichtswissenschaft „erst langsam in Gang“. Nicht zuletzt würde der Einsatz des Internets den „Fun-Faktor“ in der Geschichtswissenschaft erhöhen. E-Learning sollte aber nicht nur auf den universitären und schulischen Bereich eingeschränkt werden sondern auch auf jedwede Erwachsenen- und berufliche Bildung von zu Hause.
  6. Beziehung zwischen Individuum, Kollektiv und Wissenschaftlichen Wissen. Neue Techniken im Internet, hierbei wird der Hypertetxtcreator beispielhaft erwähnt, erweisen sich als Förderer des Teamworks innerhalb der Wissenschaft. Die dominante Stellung der Einzelpersonen wird dadurch geschwächt, Kollektive und Teams gewinnen an Bedeutung.
Visionen
Das Internet führte zu einer Medienrevolution, als entscheidendes Moment legt der Autor das Jahr 1995 fest. Auch die Geschichtswissenschaft wird einem radikalen Wandel unterzogen der sich weiter fortsetzen wird. Hierbei werden sich die multimedialen und die multidisziplinären Herangehensweisen weiter verstärken. Geschichte wird „nicht mehr selektiv, sondern kompositiv“ zu sehen und zu verstehen sein. „Das Netz codiert die gegenwärtige transformierte Zivilisation besser als die alten Medien, und es codiert unsere neuen Sichtweisen auf Vergangenes adäquater.“

Fazit
Der Text von Prof. Schmale weckt Lust auf die Zukunft. Sehr positiv und hoffnungsvoll wird ein schneller Weg durch das Zeitalter des Internets aufgezeigt, der in der Vision einer multimedialen und die multidisziplinären Geschichtswissenschaft gipfelt. Die Chancen sind spannend zu lesen. Als Student bekommt man den Eindruck: Irgendwann – in naher Zukunft - werde ich mit wenigen Mausklicken auch wirklich zu dem Thema, zu dem ich die Suche gestartet habe, das gewünschte Ergebnis finden.
Ich bin mir nicht sicher ob diese Vision der Zukunft der Geschichtswissenschaften im Internet nicht bald nach anfänglicher Euphorie über die neu geschaffenen Möglichkeiten am Boden der Realität angekommen wird. Aus meiner Sicht werden nur sehr wenige einzelne Wissenschaftler den Weg ins Kollektiv und weitgehend anonymisierte Internet wählen auch wenn ihnen die Möglichkeit geboten wird. So kann ich mir vorstellen, dass der Einzelne es vorziehen wird, als wissenschaftliches Individuum für seine mittelmäßigen Eigenleistungen Ansehen zu ernten, als es im anonymen Kollektiv für ein herausragendes wissenschaftliches Teamwork. So sehr die Entwicklung wie sie im Text aufgezeigt wird begrüßenswert ist, so groß schätze ich auch das Risiko ein, dass die Geschichtswissenschaft hier an ihren Eigeninteressen scheitern könnte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Text mir neue Aspekte der wissenschaftlichen Internetnutzung aufgezeigt hat, dass ich aber der Ansicht bin das manche Dinge in einem zu positiven Licht erstrahlen.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Bloggen

Gasteiner, Martin / Kremeritsch, Jakob: Schreiben für das WWW. Bloggen und Hypertexten, in: Schmale, Wolfgang (Hrsg): Schreib-Guide Geschichte, 2. Auflage. Wien, 2006. S. 243 – 271.


Zusammenfassung

Diese Kapitel des Schreib-Guide Geschichte, verfasst von Martin Gasteiner, befasst sich mit dem Bloggen. Anfangs wird der Blog abgegrenzt zum E-Portfolie und dem Online Journal. „Beim Weglog stehen das Schreibenüben, das Schreibexperiment, der kreative Prozess… im Vordergrund.“ (S. 232) Der Autor sieht im Weblog den „Siegeszug der kurzen Form“. Schätzungsweise gab es im Sommer 2006 weltweit rund 70 Millionen Weblogs.
Es werden einige Punkte die Blogs charakterisieren vorgestellt:
 Ein Weblog ist eine Mischung aus persönlicher Homepage und Diskussionsforum. Der Name entstand aus den Bezeichnungen: World Wide Web und Logbuch.
 Die Hürde zur Veröffentlichung ist sehr gering, da keine Programmierkenntnisse nötig sind um einen Weblog zu betreiben.
 Die Einträge werden rückwärtschronologisch abgebildet und sind meist in unterschiedliche Kategorien unterteilt. Den Beiträge wird jeweils ein eigener URL beigefügt, sodass man einzelner Beträge schnell zugreifen kann und sie mit anderen verknüpfen kann bzw. Querverweise herstellen kann.
 Die Struktur eines Weblog: Titel, Eintragsdatum, Text, Kategorie, Kommentar
 Real Simple Syndication: Mithilfe des RSS wird die Verteilung der erstellten Inhalte erleichtert.

Die Funktion eines Weblogs kann aber nicht auf eine rein wissenschaftliche Reduziert werden. Der Autor spricht auch eine soziale Komponente an, die durch einen Austausch im Weblog auch gegeben ist. Das somit aufgebaute Netzwerk kann weil es ortsungebunden ist, über einen langen Zeitraum bestehen bleiben.
Der Weblog kann auch als eine Plattform für Erkundungstouren angesehen werden. Die für das Studium relevanten Links aufnimmt und die Funktion eines, auf individuelle Bedürfnisse abgestimmten, Archivs wahrnimmt. Es wird im Text aber auch der Hinweis gegeben den Weblog als persönliches Online-Journal zu führen. Auch in Hinblick auf die Diplomarbeit oder mögliche Dissertation. Der Weblog kann aber auch als persönliches Archiv dienen, als Gedächtnisstütze um sich zum Beispiel Vorlesungsinhalte vergangener Semester oder einen Museumsbesuch wieder in Erinnerung zu rufen.
Weblogs können auch in einer Autorengemeinschaft benutzt wurden, sie stellen zurzeit eher die Ausnahme dar, können aber wie das Beispiel http://bildung.twoday.net/ aufzeigt, durchaus sinnvoll sein. Dabei gilt abzuwiegen ob man mit einer offene oder geschlossenen Autorengruppe arbeiten will.
Am Ende muss noch auf Kriterien der Zitation eingegangen werden. Hierbei gibt es keine einheitliche verbildliche Regeln wie ein Weblog mit Fragen des Urheberrechts umgehen soll, jeder Benutzer kann dies für sich selbst entscheiden. Weiters muss man sich die Frage stellen, wie viele Informationen man von sich persönlich einem Weblog „anvertrauen“ will. Manche Gedanken oder Haltungen könnten missbräuchlich benutzt werden.
Abschließend wird der Frage nachgegangen: Wie man zu seinem eigenen Blog kommt? Der Autor weißt hierbei auf zwei Varianten hin, auf die einfachere mittels der Benutzung eines Hosts und die komplizierte mittels opensource-Weblog auf einem eigenen Serverplatz. Dazu werden jeweils Beispiele angeführt.

Fazit
Der Artikel bietet einen großen Überblick über die Thematik und am Schluss bleiben dem Leser und eventuellen Benutzer eines Blogs wenige offene Fragen. Quasi von A bis Z wird auf jeden Teilaspekt eingegangen, so dass den versierten Blogger neue Blickwinkel eröffnet werden aber es auch dem Anfänger ein Einstieg ermöglicht wird. Vor diesem Kurs war mir der Blog nur aus den Wahlkämpfen bekannt, nun bin ich aber überzeugt, dass er durchaus ein sinnvolles Instrument für den Universitätsalltag ist.

Dienstag, 5. Dezember 2006

Hypertext

Zusammenfassung und Kommentierung von:
Gasteiner, Martin / Kremeritsch, Jakob: Schreiben für das WWW. Bloggen und Hypertexten, in: Schmale, Wolfgang (Hrsg): Schreib-Guide Geschichte, 2. Auflage. Wien, 2006. S. 243 – 271.


Zusammenfassung


In den ersten zwei Kapiteln der Texte bezeichnen die Autoren das Prinzip der Nichtlinearität als das Zentrum des Hypertextes. Ein Hypertext ist mit Querverbindungen, Links, ausgestattet. Historisch gesehen reichen die Anfänge des Hypertextes schon weit in der Geschichte zurück. So ist zum Beispiel eine Zeitung darauf ausgelegt, nicht ganz gelesen zu werden. Der Konsument kann wie im Internet Schwerpunkte setzen in die er sich vertiefen möchte. Auch wissenschaftliche Texte bieten diese Möglichkeiten. „Freie Verknüpfungen sind keineswegs Schreib- und Lesetechniken, die erst mit Hypertext erfunden wurden.“ (vgl. S. 246) Es wird zwischen medialer und konzeptioneller Linearität bzw. Nichtlinearität unterschieden. Zweiter betont die vom einen Textautor getroffene Entscheidung der Strukturierung. Der entscheidende Unterschied zwischen Buch und Hypertext definiert die im Artikel zitierte Sprachwissenschafterin Storrer in der konzeptionellen Linearität, in der sie drei Grundformen unterscheidet.
1. Monosquenzierte Texte
2. Mehrfachsequenzierte Texte
3. Unsequenzierte Texte

Bei der ersten Textsorte ist ein kontinuierlicher Leseweg zu beschreiten. Zum Beispiel ein Krimi. Textsegmente lassen sich nicht beliebig austauschen oder umstrukturieren.
Die mehrfachsequenzierten Texte sind zum Beispiel Handbücher, Reisebücher oder Kochbücher. Der Leser kann Teile überspringen und auslassen ohne, dass das Verständnis gefährdet ist.
Letztere sind die unsequentierten Texte, diese können in gänzlich beliebiger Abfolge gelesen werden. Als Beispiel wird der Zettelkasten oder ein Hyptertext genannt. Hier kann der Einstieg völlig frei gewählt werden und der Lesepfad nach dem eigenen Interesse beschritten werden.

Das nächste Kapitel über Module, Links und Kohärenz formuliert vier Aufgaben, die der Hypertext an den Autor stellt.
1. Hypertext zwingt zu einer prägnanten Formulierung
2. Jeder Baustein muss ein Selbstständiger Teil eines Textes sein und Sinn ergeben
3. Die Einheiten sollen den Leser „verführen“ weiter im Text-Netzwerk zu stöbern
4. Jede Einheit soll Link-Angebote zu weiteren Modulen anbieten.

Im Abschnitt mit der Nummerierung Zehn befassen sich die Autoren mit dem Internetportal pastperfect.at, das in der vergangenen Übung eingehend besprochen wurde. Die Homepage wird zunächst beschreiben und vorgestellt ebenso wird die inhaltliche „Produktion“ von der thematischen Präzisierung an über die Schaffung von stilistischen Standards und die Definition der Zielgruppe, dargestellt. Die Projektgruppe bediente sich bei der Erstellung von Pastperfect einem Content Management System, welches Textbausteine automatisch miteinander verknüpft.

Der letzte Bereich des Artikels beschäftigt sich mit dem Hypertextcreator. Als Beispiel wird die Internetplattform Wikipedia angeführt, ihre Funktionen geht weit über die einer normalen Print-Enzeklopädie hinaus, da jeder Eintrag zur Diskussion steht und verändert werden kann oder in Onlineforen diskutiert wird. Der Hyptertextcreator ist eine Lehr- und Lernsoftware, die auf den Erfahrungen mit der Entwicklung von www.pastperfect.at basiert. Studierende können mithilfe dieses online zugängigem Content Management Systems Inhalte aufbereiten.

Fazit:
Der Text ist eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis. Die praktischen Beispiele fand ich besonders brauchbar für mich als Leser, mithilfe dieser wurde es mir sehr leicht gemacht, auch etwas unter den genannten Programmen oder Theorien vorzustellen. Die weiterführenden Gedanken, die eine Auflistung von Zitaten bekannten und auch weniger Bekannter Wissenschaftler und Autoren, passt für mich persönlich weniger in diesen gut aufbereiteten und durchdachten Aufsatz und ist auch weniger „nützlich“ für den Leser. Obwohl ich mich vergangene Woche mit der Internetplattform www.pastperfect.at auseinander gesetzt habe, empfand ich die Lektüre dieses Abschnitts als sehr interessant, da ich wieder neue Eindrücke von diesem Online Projekt bekommen konnte.

Dienstag, 28. November 2006

pastperfect

pastperfect



1. Welche geschichtliche Zugänge eröffnet pastperfect?

Das Projekt pastperfect beschäftigt sich mit dem Europa zwischen 1492 und 1558. Verschiedenste Aspekte der Epoche werden wie das nachfolgende Zitat aus der Projektbeschreibung illustriert aufgegriffen: "Der Dauerkonflikt zwischen dem Habsburgerreich und Frankreich, das Eingreifen Englands in die Kontinentalpolitik, die gegensätzlichen Interessen von Papst und Kaiser sowie kriegerische Auseinandersetzungen mit den Osmanen im Osten und im Mittelmeerraum prägen das politische Bild Europas.“
Pastperfect will sich nicht auf die „Geschichte der großen Männer“ reduzieren sondern Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Alltags-, Kultur- und Gendergeschichte gleichwertig mit einbeziehen in didaktische Aufbereitung dieses Internetportals. Es ist eine Ansammlung aus historischen Fallbeispielen die inhaltlich miteinander in Verbindung stehen.

2. Beschreiben Sie das Projekt pastperfect!
Das Projekt pastperfect ist in Kooperation des Institutes der Geschichte der Universität Wien mit Van Gogh TV entstanden. Unter der Leitung von Prof. Schmale arbeiteten Jokob Kramertisch, Josef Köstlabuer, Florian Schmeiser, Susanne Schuda, Martin Schmitz, Philip Hangl, Peter Koger und Susanne Gudowius und andere – insgesamt 40 Personen gestalteten ein Jahr lang inhaltlich, didaktisch und technisch dieses Projekt. Es wurde vom Jubiläumsfonds der österreichischen Nationalbank und der Stadt Wien gefördert.

3. Erklären Sie, wie man sich durch das Angebot von pastperfect bewegen kann:
Es gibt eine Textversion und eine Flashversion von pastperfect. Erstere ist merklich schlicht gehalten und verwendet auch außer der Menüleiste weder farbliche Markierungen noch einen Hintergrund. Die Flashversion ermöglicht das Navigieren durch die Plattform via einer virtuellen Europakarte und eines Kompass. Auf dem Kompass wird das gesuchte Jahr eingestellt und auf der Karte erscheinen die im diesem Jahr relevanten Orte. An der linken oberen Seite des Fensters kann aus den Menüpunkten Ereignisse, Kontext, Rezeption, Reflexion, Verlauf und Suche ausgewählt werden.

4. Was soll mit der Ebene “Rezeption” erreicht werden?
Bei der Ebene der Reflexion werden einige Themenkomplexe herausgegriffen und „in Form von rezeptionsgeschichtlichen Aufrissen durch die Jahrhunderte verfolgt“. Mittels einer Zeitleiste navigiert der Benutzer durch die Ebene und lernt unterschiedliche Interpretation „historischer Fakten“ kennen. Hierbei wird verdeutlicht, dass sich die Geschichte ständig in Bewegung befindet und nicht statisch zu begreifen ist.

5. Was soll mit der Ebene “Reflexionen” erreicht werden?
Die Ebene der Reflexionen bildet die Umsetzung des wissenschaftstheoretischen Fragehorizonts des Projekts pastperfekt. „Zentrale Fragen und Problemstellungen, die dem Projekt zu Grunde liegen bzw. im Zuge der Realisierung an die Oberfläche traten, werden in der Ebene der Reflexionen thematisiert.“

6. Entspricht pastperfect wissenschaftlichen Maßstäben?
Die Autoren sowie die Quellen für die einzelnen Textbausteine werden meist angegeben, somit denke ich sind die wissenschaftlichen Maßstäben großteils erfüllt.

7. Welchen didaktischen Prinzipien folgt pastperfect?
Sobald man die (zumindest für mich) gewöhnungsbedürftige und nicht einfach zu handhabende Navigation durchschaut hat ist pastperfekt sicherlich als begeleitendes Lehrmittel des Geschichtsunterrichts geeignet. Die Inhalte sind verständlich aufbereitet und auch Personen mit wenig Vorwissen über diese Epochen geeignet. Das spielerische Navigation und das sehr eindrucksvolle Layout sind augenscheinlich auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet. Nach einführenden Erläuterungen einer Lehrperson ist es sehr gut für diese Altergruppe geeignet.

8. Ziehen Sie ein persönliches Fazit der Seite!
Mein Browser hatte streckenweise Probleme mit den aufwendigen Flash-Animationen, auch habe ich die langen Wartezeiten in der Flash-Version als teilweise störend empfunden. Inhaltlich ist pastperfect allerdings großartig und spannend aufbereitet. Ich würde mir wünschen, wenn diese Art des historischen Portals auch auf andere Epochen ausgeweitet wird. Negativ muss ich allerdings die Leserlichkeit der Projektbeschreibung herausheben, die weiße Schrift auf türkisem Untergrund war nur sehr schwer zu lesen.

Dienstag, 21. November 2006

Beschreibung historicum.net

historicumnet

Historicum.net ist eine geschichtswissenschaftliche Internetplattform, die vom Historischen Seminar – Abteilung für Frühe Neuzeit der Universität Köln betreut wird. Zur Betreuung dieser Homepage wurde ein Verein gegründet, der durch Prof. Dr. Gudrun Gersmann und Prof. Dr. Hubertus Kohle vertreten wird. Historicum.net will sich als Netzwerk der Geschichtswissenschaften verstanden wissen, an dem man sich als Privatperson, wie als Wissenschaftler beteiligen kann oder auch als gesamtes Institut.
Der Ausgangspunkt war im Februar 1999, als ein gemeinsames Forschungsprojekt zwischen Ludwig-Maximilian Universität und Bayerischer Staatsbibliothek mit dem Server Frühe Neuzeit begonnen wurde. Von der Früher Neuzeit heraus, die noch immer das Kernelement bildet, hat sich das Projekt zu einem übergreifenden Portal entwickelt. Es ist in vier Hauptkategorien gegliedert: Themen, Länder, Recherche, Lehre & Lernen

Themen
Die Homepage Historicum.net umfasst 16 verschiedene Themenportale, die teilweise von Kooperationspartner betreut werden:
• Hexenforschung
• Jüdische Geschichte
• Schwabenkrieg
• Reformation
• Bauernkrieg
• Achtzigjähriger Krieg
• Friedensverträge der Vormoderne
• Medien und Kommunikation
• Pompadour und ihre Zeit
Französische Revolution
• Napoleon Bonaparte
• Risorgimento
• Zwangsarbeit Rhein-Erft-Rur
• Bombenkrieg
• Internationale Geschichte
• Klassiker der Geschichtswissenschaft


Das Themenportal zur Französischen Revolution habe ich mir genauer angesehen. Bei der Einleitung in das Thema werden die beiden Verantwortlichen für diesen Komplex ausgewiesen und deren Emailkontakte publiziert. Eine sehr anschaulich aufbereitete Zeitleiste bietet einen guten Überblick über die Geschehnisse. Es ist zwar auf der rechten Seite ein Index mit Links, die zu den einzelnen Jahresdaten führen, jedoch vermisst man nähere Informationen zu den Geschehnissen. Weiterführende Informationen sind aber nicht auf diesem Themenportal zu finden. Der Menüpunkt Biographien ist ausführlicher gestaltet. Die wichtigsten Akteure der Französischen Revolution werden hier in Kurzbiographien vorgestellt. So auch der Arzt Joseph-Ignace Guillotin, der Miterfinder und Namensgeber der Guillotine. Sein Leben wird beachtlich detailliert aufgearbeitet, am Ende des Artikels sind Literaturangaben und weiterführende Internetlinks zu finden. Als nächstes kann man in der Kategorie Bildergalerie Bilder zu Personen, Ereignissen und Karikaturen zur Französischen Revolution finden. Die Bilder sind in sehr guter Qualität abrufbar, zu bemängeln ist allerdings, dass hier keine Suchfunktion vorhanden ist. Der Menüpunkt Bibliographien listet (nicht nur deutschsprachige) wichtige Überblick- und Standardwerke zum Themenkomplex auf. Am Ende der Liste kann man auch die beachtliche Aktualität dieses Punktes erkennen. Erstellt am 22.12.2005, zum letzten Mal aktualisiert am 9. 5. 2006. Die anderen Themenportale sind nach demselben Strickmuster aufgebaut.

Länder
Ein weiteres Schwerpunkt von historicum.net sind die Länderportale, auch sie werden großteils von externen Verantwortlichen betreut. Die Portale sollen noch weiter ausgebaut werden, zur Zeit sind folgende Länder vertreten:
• Estland
• Frankreich
Großbritannien
• Italien
• Lettland
• Litauen
• Ostmitteleuropa
• Polen
• Slowakei
• Spanien
• Tschechien

Exemplarisch will ich mir das Länderportal Großbritannien näher ansehen. Wer sich hier eine aufbereitete Überblickdarstellung der Geschichte dieses Landes erwartet, wird enttäuscht werden. Zu einzelnen Epochen ( Anglo Saxon – 1500, 1500 bis 18000, 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert) stellt das Portal je Linksammlungen zur Verfügung, zu Homepages die sich einem bestimmten Aspekt der Geschichte dieser Epochen annehmen. Das gleiche gilt für den Menüpunkt der Regionen: Zu Irland, Schottland und Wales wird jeweils eine Seite verschiedener historischer Seiten angeboten, die teilweise mit einem Pfund-Symbol gekennzeichnet sind – dies steht für eine kostenpflichtige Homepage.
Unter dem Menüpunkt Materialien werden Linksammlungen zu Bildquellen, Bibliographien, Karten und Rezensionen sowie anderen Portalen angeboten; und auch der Menüpunkt Wissenschaft bietet weitere Links zu Archiven, Bibliotheken, Forschungsinstitutionen, Staatlichen Institutionen sowie Universitäten oder Studiengängen. Der Punkt Kultur listet Onlineportale der bekanntesten oder relevantesten Museen, Zeitungen bzw. Medien und auch Informationsportale für Jobsuchende auf. Sehr hilfreich ist, dass der Inhalt der einzelnen Links jeweils näher erklärt wird. Somit kann sich der Leser gleich informieren, ob diese Homepage seinen Anforderungen gerecht wird.
Die Länderportale von Slowenien, Ostmitteleuropa oder Polen führen auf eine scheinbare ältere Version von historicum.net, die (noch) nicht in das derzeitige Layout integriert wurde. Jedoch mit geringfügigen Abweichungen die gleichen Funktionen bieten, wie das Portal zu Großbritannien.

Recherche
Die dritte große Kategorie befasst sich mit der wissenschaftlichen Recherche, die für die historische Arbeit von Interesse sein könnte. Historicum.net weißt darauf hin, dass es sich um eine begrenzte und zum Teil aus willkürliche Auswahl handelt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Diese unvollständige Linkssammlung widmet sich diesen Themenkomplexen:
  • Bibliotheken und Archive,Forschungseinrichtungen
  • Literaturrecherche: Verbundkataloge, Elektronische Volltexte, Bibliographien, Aufsatzrecherche
  • Fachzeitschriften
  • Digitalisierte Quellen: Textressourcen, Bildressourcen
  • Allgemeine, historische oder fachspezifische Lexika und Nachschlagewerke
  • Fachportale
Lehre und Lernen
Diese Kategorie ist eindeutig am ausführlichsten ausgearbeitet worden. Sie soll im Rahmen der universitären Lehre den Studieren Tutorials zur Verfügung stellen, mit Hilfe derer sie zum Beispiel die korrekte Nutzung des Internets für ihr Geschichtsstudium erlernen können. Ebenso wird auch der Frage nachgegangen: Was ist ein Archiv? Oder die richtige Nutzung von Webkatalogen. Zur Geschichstdidaktik gibt es eine umfangreiche Bibliographie. Die GWU-Kolumne kann ich mir leider nicht näher ansehen, da ich die Fehlermeldung bekomme: Seite nicht gefunden.
Seit gestern (20. November 2006) hat dieser Kategorie auch einen neuen Menüpunkt: Link Winks. Jede Woche werden hier Rezensionen zu Homepages, die sich mit der frühzeitlichen Geschichte befassen, veröffentlicht.


Fazit
Bei der näheren Betrachtung der Homepage habe ich mir eindeutig das Beste zum Schluss aufgehoben. Die meiste Arbeit wurde sicher bei der zuletzt vorgestellten Kategorie über die Lehre und Lernen investiert. Allgemein bin ich mit anderen Erwartungen auf diese Homepage zugegangen, denn sehr viel mehr als eine gut recherchierte und kommentierte Linksammlung stellen die ersten zwei Kategorien der Homepage nicht dar. Das spricht historicum.net aber nicht die Wichtigkeit ab. Wie schwer es ist, eine passende historische Homepage im Internet zu finden, haben wir in der ersten Einheit dieses Kurses besprochen. Daher ist historicum.net mit seinen fundierten Kommentaren und Linksammlungen eine sehr wichtige Informationsquelle.
Die Homepage ist im Gegensatz zu Clio online einfacher und klarer aufgebaut und auch das Layout hilft mit sich schnell auf der Homepage zu recht zu finden.

Montag, 13. November 2006

Beschreibung des historischen Fachportals Clio Online

clio-online

Das Fachportal für die Geschichtswissenschaften Clio Online ist unter http://www.clio-online.de/ zu finden. Im Impressum ist als verantwortliches Institut ist das Institut für Geschichtswissenschaften auf der Humboldt-Universität zu Berlin angegeben. Prof. Dr. Wilfried Nippel und Dr. Rüdiger Hohls haben die Projektleitung. Auf den ersten Blick wird man von den zahlreichen Möglichkeiten, Funktionen und Inhalten des seit Mai 2002 existierenden Portals fast erschlagen.


Rezensionen
Unter diesem Punkt befindet sich eine umfangreiche Datenbank an historischen Rezensionen zu den verschiedensten Themen. So werden zum Beispiel zum Suchbegriff Mittelalter 1.324 Ergebnisse aufgelistet, aber auch zu kleineren Themengebieten wie der Suche nach dem ehemaligen kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman erscheinen 18 Ergebnisse, größtenteils aber auf Englisch. Das Angebot der historischen Rezensionen gibt es auf dem Portal erst seit etwas mehr als einem Jahr (seit August 2005) und wird auch mit Informationen von einigen Partnern wie zum Beispiel www.perlentaucher.de ergänzt.

Web-Verzeichnis
Der Menüpunkt Web Verzeichnisse bietet einen Überblick über mehr als 7.000 wissenschaftliche Angebote zu historisch relevanten Themen, Institutionen, Datenbanken, Nachschlagewerken und anderen Portalen. Diese Angebote können durch Untermenüpunkte erreicht werden, durch die Eingabe von Stichwörtern werden die relevanten Angebote gesucht und ausgegeben. Das Verzeichnis mit Nachschlagewerken ist aber vergleichsweise schwach gefüllt, während der Interessierte hier nur zehn Einträge findet, kann man unter 525 eingetragenen Portalen entscheiden.

Institutionen
Die Beschreibung dieser Überschrift auf Clio Online verspricht ein Institutionenverzeichnis mit den wichtigsten Archiven, Bibliotheken, Museen, Instituten, Lehrstühlen, Vereinen, Verlagen und weitere Einrichtungen der Fachwissenschaft. Bei meiner Suche nach österreichischen Institutionen bin ich leider gescheitert, denn beim Suchbegriff „Österreich“ scheinen zehn Ergebnisse auf, von denen sich aber nur zwei tatsächlich in Österreich befinden. Die anderen Ergebnisse lassen für mich auch sonst keinen Österreichbezug erkennen. Wie zum Beispiel der Eintrag über das Projekt: „Corpus Fontium Helveticorum - Schweizer Geschichtsquellen online“.

Forscher/innen
Dieser thematische Strang stellt eine Kontaktdatenbank der auf Clio Online eingetragenen Wissenschaftler und ihre Forschungsinteressen, kurzen Wissenschaftlichen Werdegang sowie Kontaktmöglichkeiten dar. Unter den 49 eingetragenen in Österreich tätigen Wissenschaftlern hat sich Univ-Prof. Schmale nicht eingetragen. :-)


Guides
Die Sparte „Guides“ bietet Überblickartikel über verschiene Themen an, sie sind unterteilt in übergreifende, regionale und thematische Guides. Erstere bieten eine generelle Sammlung und Erklärung von Hilfsmittel zur Benutzung des Internets für den Wissenschaftler. Es wird angedacht, dies auch als Online-Tutorium für die Einführung für Studierende der Geschichtswissenschaften zu verwenden. Der regionale Guide gibt länderspezifische Informationen zum Studium der Geschichtswissenschaften und zur Geschichte des jeweiligen Landes. Die thematischen Guides befinden sich anscheinend noch im Aufbau, hier werden Informationen zu den Themenblöcken Umweltgeschichte im Internet, Frauen-, Männer-, Geschlechtergeschichte und Technikgeschichte geboten. Die unterschiedlichen Guides sind zwar sehr textlastig, aber immer wieder mit weiterführenden Links und weiterführenden Online-Karteikarten gespickt, die dem Leser einen fundierten Überblick über das Thema bieten.

Chancen
Hier findet man eine Stellen- sowie Praktikumsbörse für HistorikerInnen. Informationen zu Stipendien und Weiterbilungsmöglichkeiten. Direkt auf Clio Online sind die Informationen allerdings nicht eingetragen, das Portal bietet lediglich eine Sammlung von Links zu den einzelnen relevanten Jobbörsen, sowie www.academics.de „Das Karriereportal der Wissenschaft“

Suche
Die letzte Karteikarte bietet eine Volltextsuchmöglichkeit über das Angebot des ganzen Clio Online Portals, auch PDF Dokumente werden hier im Volltext durchsucht. Ebenfalls kann bei der Metasuchmaschine in externen Datenbanken die Suche fortsetzten.

Fachkommunikation und –information
Das Portal bietet auch mithilfe von drei Kooperationspartnern die Möglichkeit, auf Fachforen online über historische Fragen zu diskutieren. So hat sich H-Soz-u-Kult in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Mailinglist für wissenschaftlich historische Fragen im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Elektronisches Publizieren
Clio Online ermöglicht Wissenschaftlern ein modernes Sprachrohr der Veröffentlichung historischer Forschung mit dem wichtigen Hinweis, dass diese auch langfristig erhalten bleiben und öffentlich sowie barrierefrei zugänglich sind. Dies ermöglicht auch eine dauerhafte Zitierfähigkeit dieser wissenschaftlichen Materialien.

Mediadaten
Die Wichtigkeit dieser Plattform unterstreichen nicht zuletzt die veröffentlichten Mediadaten. Im August 2006 waren mehr als 4.500 Personen registriert, in diesem Monat besuchten circa 16.200 Interessierte Clio Online.

Dienstag, 7. November 2006

Homepagebeurteilung „Europabegriffe und Europavorstellungen im 17. Jahrhundert“

Beurteilung der Homepage „Europabegriffe und Europavorstellungen im 17. Jahrhundert“, unter http://www.univie.ac.at/igl.geschichte/europaquellen/ zu finden, anhand einer Checkliste.

Inhaltliche Kriterien:
Der erste Punkt der Checkliste ist schnell abhackt. Dem Benutzer ist auf dem ersten Blick klar erkennbar, wer sich für die Homepage verantwortlich zeigt. Unter der Leitung von Univ-Prof. Dr. Wolfgang Schmale wirken die fünf Mitarbeiter Mag. Rolf Felbinger, Günter Kastner, Alexander Koller, Mag. Josef Köstlbauer und Mag. Alexander Wilckens an diesem Projekt mit. Als sofort erkennbare Institution ist das Institut für Geschichte der Universität Wien und dessen Portal der Internetgestützen Lehre zu erkennen.
Die Seite ist das Ergebnis eines Projekts, gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf. Der Kern dieses Projekts ist eine für frei zugängige Web-Datenbank über Europabegriffe und –vorstellungen im 17. Jahrhundert.
Auf der Startseite dieses „Europabegriffe-portals“ sind sieben Abschnitte verlinkt. Die Projektbeschreibung, Informationen zu den Autoren, Kurztitel, Schlagworte, Zeitleiste der analysierten Quellen, Essays und Feedback. Die Kapitel zu den Autoren, Kurztitel, Schlagworte und der Zeitleiste beinhalten jeweils eine Datenbank, in denen die Informationen entweder chronologisch oder alphabetisch geordnet für den Benutzer leicht und übersichtlich abrufbar sind. Meines Erachtens sind die Inhalte sehr gut für die Möglichkeiten des Internets aufbereitet worden. Auch sind in den Textpassagen weitere Links und Querverweisen zu anderen Einträgen auf der Homepage eingebaut. Die Homepage ist sicherlich kein Copy-Past-Produkt eines für den Druck vorgesehenen Werkes. Die arbeitsintensive Aufbereitung des Inhaltes nur für den Gebrauch im Internet ist leicht erkennbar.
Die Farben und Formen sind sehr schlicht gehalten. Das Hauptaugenmerk ist sicher nicht auf Farbkomposition und Layoutierung der Internetseite gelegt worden sondern auf inhaltliche Belange.
Quellen und wissenschaftliche Vorgehensweise werden auf jeder Seite exakt erläutert. Zitate werden ausgewiesen.
Die Aktualität der Seite ist für mich nicht eindeutig feststellbar, so ist zwar auf der ersten Seite angegeben: „Diese Homepage wurde im Juni 2001 erstellt und wird seitdem laufend ergänzt.“ Dies widerspricht aber der Projektbeschreibung in der dargelegt wird, dass das Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren beschränkt ist. Ob die Seite nach Auslaufen des Projekts weiterhin aktualisiert wurde, konnte ich nicht feststellen.
Unter dem angegebenen Link http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/type=rezwww konnte ich keine Rezension dieser Homepage finden.
Externe Links sind zahlreich angeführt, auf weiterführende Informationen wird unter anderem beim Menüpunkt „Europa-Links“ hingewiesen.
Das multimediale Potential einer Homepage wäre vielfältig, bei der Homepage zu den Europaquellen wurde es sicherlich sehr eingeschränkt genutzt. Es stellt sich aber auch die Frage, inwieweit dies auch bei diesem Thema sinnvoll gewesen wäre.


Benutzerfreundlichkeit:
Bei der Benutzerfreundlichkeit möchte ich gleich den Punkt über die Werbung auf dieser Seite vorziehen. Bei einer eingehenden Beschäftigung mit dieser Homepage ist man unausweichlich gezwungen, unzählige Male das Pup-Up zum Buchhinweis „Studien zur europäischen Identität im 17. Jahrhundert“ anzusehen, bzw. nach einiger Zeit einfach nur entnervt weg zu klicken. Ein wichtiger Buchhinweis und für dieses Thema von entscheidender Relevanz aber meines Erachtens etwas zu aufdringlich eingesetzt.
Die Homepage ist sehr schlicht aufbereitet. Dies schlägt sich einerseits in einer guten Lesbarkeit wie einfachen Handhaben und schnellen Ladezeiten zu buche andererseits kann das Design auf den ersten Blick etwas plump und wenig ansprechend wirken. Fehler bei der Verlinkung oder der Programmierung konnte ich keine feststellen, was sicher auch ein Vorteil der vergleichsweise schlichten Layoutierung ist. Sie ist aber sehr funktional und übersichtlich gestaltet. Der Benutzer findet sich leicht zurecht.
Eine Feedbackmöglichkeit ist gegeben, ebenso wie eine gut erkennbare Kontaktmöglichkeit an das Projektsekretariat. Feedback und Kontakt sind aber nur auf elektronischem Weg möglich.

M4 Andreas Csar

KU Informatik und Medien in der Geschichtswissenschaft O. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schmale

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